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Konfrontationstherapie - Erste Erfahrungen
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RedOne
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Anmeldungsdatum: 01.04.2006
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Wohnort: Stuttgart

BeitragVerfasst am: Do Jun 13, 2013 9:14 pm    Titel: Konfrontationstherapie - Erste Erfahrungen Antworten mit Zitat

Wow, heut hab ich mir mein Bierchen echt verdient!

Ich bin seit Januar 2013 bei einem Psychotherapeuten in Therapie. Das was ich mache nennt sich Verhaltenstherapie. Definition siehe hier im Forum oder im Internet.

Bin 30 und es ist meine erste Therapie überhaupt. Sie wird von der Krankenkasse zu 100% bezahlt und geht über 25 Einheiten á 45 min.
In den ersten Stunden geht es um die eigene Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft. Beschreibung des Problems, etc.

Heute hatte ich meine 15./16. Einheit. Und heute ging es raus auf die Königstraße in Stuttgart. "Konfrontation" steht heute auf dem Programm.
Heißt, ich stürze mich bewußt in soziale Situationen, die ich eigentlich wie die Pest vermeide. Und ich war so erfolgreich und positiv überrascht, dass ich Euch gleich davon berichten muss.

Wir haben uns mit meinem Therapeuten am Wittwer um 18:30 getroffen. Die Sonne scheint, es ist heiß und die Königstraße ist voll von Menschen. Beste Vorraussetzungen also für einen Erythrophobiker wie mich!
Ohne lange herum zu reden haben wir uns gleich auf die Übungen gestürzt. Ich werde mal kurz auf jede einzelne eingehen.

1) Auffällige, für mich untypische Kleidung anziehen:
Ich habe ein zu großes Shirt mit einem doofen Big Lebowski Print an. Kurze Hosen, die ich nicht gerne trage und meine Joggingschuhe, die ich nur zum Joggen anziehe. Dazu eine große, hässliche, weiße Uhr ums Handgelenk (eine Jugendsünde) die nicht geht. Aufm Kopf einen viel zu kleinen Hut aus Thailand.
In diesem Aufzug soll ich in die Stadt. An der Haltestelle und in der U-Bahn ernte ich schon erste skeptische Blicke. Mein Herz rast. Um ehrlich zu sein bin ich seit gestern ziemlich aufgeregt. Und heute habe ich den ganzen Tag an nichts anderes gedacht, wie an den "Außeneinsatz" mit meinem Therapeuten. Habe mir die schlimmsten Horrorszenarien ausgemalt. Von wegen: was pasiert, wenn mich Kollegen sehen? Die Familie? Freunde? Wie werden die reagieren? Was werde ich sagen? Habe kurz überlegt alles abzusagen. Habe aber mir dann doch klar gemacht, dass ich das jetzt durchziehen möchte!
Also zurück in die U-Bahn. Ich versuche die Leute zu beobachten, um zu schauen, wer mich wahrnimmt. Ein Mädel sitzt sich neben mich hin, ich frage, ob sie genug Platz hat. Und glaubt es oder nicht, aber schon solche kleinen Situationen machen mir Probleme. Krieg nen Kloß im Hals und bin bereit in Flammen aufzugehen.

2) Mitten in der Einkaufsstraße stehen bleiben:
Wir laufen vom Wittwer Richtung Königsbau und bleiben genau in der Mitte stehen. Mein Therapeut fragt mich regelmäßig, wie es mir geht, und ob ich es mit der Angst zu tun habe. Ich soll meine Angst auf einer Skala von 1% – 100% einschätzen. Eine Grundanspannung ist da, mit den Klamotten und mitten auf der Straße wird’s einem schon mulmig. Ich bin bei 40%.
Ich gucke mich um und versuche wahrzunehmen, ob die Leute mich registrieren. Die meisten scheinen mit sich oder einer Sache beschäftigt zu sein. Jeder geht seinen Weg, hetzt zu einem Treffpunkt, muss noch Einkäufe tätigen, quatscht mit der Freundin oder träumt herum. Die wenigsten nehmen mich wahr.

3) Rote Punkte auf den Oberkörper oder das Gesicht anbringen:
Also nen roten Punkt ins Gesicht kleben ist grad nicht, wir einigen uns darauf, das ich einen roten Punkt auf mein Shirt anbringe. Dazu kram ich in meinem Rucksack herum. Wir stehen immer noch auf der Königstraße. Auch hier wieder die Frage: Falle ich auf? Wie reagieren die Leute auf mich?
Gar nicht! Interessant!

4) Wildfremde Leute anlächeln:

Die nächste Stufe ist, in dieser Montur und dem roten Punkt die Leute auf der Straße, die an einem vorbei gehen anzulächeln und zu beobachten, wie die auf mich reagieren. Ist gar nicht so einfach, denn die meisten schauen mich gar nicht an und wenn sie mir in die Augen schauen, dann schauen sie sofort wieder weg. Hier und da kann ich nem Mädel ein „Zurücklächeln“ entlocken. Aufregend, aber irgendwie macht das auch ein bisschen Spaß!

5) Wildfremde Leute begrüßen:
So langsam gewöhne ich mich daran, dass ich seit über 15 min auf der Straße stehe und blöd in der Gegend schaue. Nun geh ich einen Schritt weiter und rufe den Leuten ein Hallo zu. Allein der Gedanke daran, den Mund aufzumachen, Leute anzusprechen und mich „evtl.“ zu blamieren sorgt für Hitze im Gesicht. Ich sammle meinen Mut und rufe dem Mädel ein Hallo zu. Dem Pärchen danach ebenso. Die Gangster danach werden auch begrüßt. Bei jeder dieser Begrüßungen werde ich kurz rot und zwar um die Nase herum, also diese klassischen Schmetterlingsflügel. Aber nach zwei Sekunden sehe ich wieder normal aus. Ich kanns kaum glauben. Aber mein Therapeut scheint es ehrlich mit mir zu meinen. Dabei fühle ich mich jedes mal so heiß und denke, ich habe einen Tomatenkopf. Viel der Leute, die ich begrüßt habe schauen irritiert. Manche merkens gar nicht, andere drehen sich um, manche lächeln zurück. Aber alle laufen sie weiter. Keinen interessiert es, ob ich nen blöden Hut aufhabe, oder ein zu großes Shirt mit zwei Bowlingkugeln und einem Bowlingkegel in zweideutiger Pose. Auch der rote Punkt macht nicht viel her. Selbst nachdem ich einen zweiten Punkt angebracht habe kann ich keine bemerkenswerten Reaktionen bei den Leuten auf der Straße provozieren.

6) Nach der Uhrzeit fragen, obwohl man eine Uhr anhat:
Ich stehe immer noch mitten in der Königstraße, viele Leute passieren mich. Ich frage einen Kerl nach der Uhrzeit. Er guckt irritiert, zieht seine Stöpsel aus den Ohren. Ich wiederhole mich und frage nach der Uhrzeit. Es ist Punkt sieben. Ich bedanke mich. Auch hier kein Grund zur Panik. Ihm war total egal wie ich aussehe. Er war freundlich und geht seines Weges. Ich pendle auf der Skala zwischen 40% - 50%. Immer wieder kurze rote Phasen um die Nase herum. Laut meines Therapeuten nicht der Rede wert. Na wenn der wüßte, wie es mir geht. Dennoch hätte ich bis hierher schlimmeres befürchtet.

7) Auf einem Bein stehen:

Wir stellen uns die Frage, wie man die Situation noch etwas verschärfen kann. Denn bisher scheinen wir kaum aufzufallen. Die Idee: auf einem Bein stehen!
Gesagt getan. Ich zieh mein linkes Bein nach hinten und kämpfe mit der Balance. Natürlich total ungewöhnlich für mich, was sich natürlich in roten Stellen im Gesicht widerspiegelt. Wieder um die Nase herum und wieder nur ganz kurz. Wir stehen so da. Die Leute schauen schon eher. Aber auch hier wieder die Erkenntnis: die meisten ignorieren mich! Die juckt es gar nicht was ich hier mache! Ich wechsel das Bein und plötzlich ruft jemand von der Seite mir zu: „Hey, mach nochmal!“ Ich zieh das andere Bein nach hinten und plötzlich schuckt mich der Kerl im Spaß an die Seite. Nicht zu stark, ich muss nicht fallen und halte noch meine Balance. Ich rufe zu, dass das nicht fair ist. Wir lachen und er mit seinen Kumpels geht weiter. Wir machen das Spielchen weiter und manche gucken genauer hin im Vorbeilaufen. Ich versuche Augenkontakt zu halten. Manche lächeln. Finden es witzig. Andere schauen sofort wieder weg.

Cool In der Einkaufsstraße auf dem Boden sitzen:
So jetzt wird’s komisch. Mein Therapeut fragt mich, ob wir uns denn setzen wollen. Ich muss schlucken: Hier und jetzt? Mitten auf der Straße? Vor so vielen Leuten? Ja. Er kann ja den Anfang machen. Ich guck ihn kurz an und sag, er soll tun was er nicht lassen kann. So sitzt er da. Ich muss mich fremdschämen. Was denken die Leute jetzt? Die denken, ich stehe hier mit nem komischen Kauz herum. Ich beobachte das Treiben. Auch hier wieder das gleiche Phänomen: Die Leute ignorieren uns. Manche registieren uns, schauen aber wieder weg und gehen weiter.
Ach was solls, was hab ich zu verlieren. Nach zwei Minuten setze ich mich auch auf den Boden. Total komisch! Jetzt sitzen zwei Deppen auf der Königstraße! Jetzt fallen wir schon eher auf und ernten etwas mehr skeptische Blicke. Ein Mädel weist uns darauf hin, dass 5 Meter weiter die Wiese ist, warum wir uns nicht da hinsetzen. Ich rufe zu, dass grüne Wiese total out ist. Auf dem Stein sitzen ist angesagt. Dann soll ich doch die Treppe als Sitzgelegenheit nutzen. Auch das reizt mich nicht erwidere ich. Sie schüttelt mit dem Kopf und geht weiter. Viele gehen trotzdem weiter. Ich suche ganz bewußt den Augenkontakt zu den Passanten um zu gucken wie sie auf mich reagieren. Die meisten scheuen aber den Blickkontakt und schauen weg. Schämen sie sich? Oder wollen sie mir nicht auf den Schlips treten? Keine Ahnung... Eine andere Gruppe schaut ganz genau hin und streckt den Hals lang. Belächeln uns. Ich frage ob sie sich dazu setzen wollen. Wird danken verneint. Daumen hoch und weitergehen....

So, habe jetzt mal genug getippt. Beim nächsten Mal erzähle ich von den weiteren Übungen die ich heute durchgeführt habe und zwar im Drogeriemarkt (Antiblattlausmittel suchen, Kunden mit Angestellten verwechseln und mich etwas dumm anstellen: „können Sie mir stattdessen das Fruchtfliegenmittel empfehlen?“) und in der Bäckerei (nach Brot fragen, dass es nicht gibt, sich beraten lassen, mehrmals nachfragen).
Außerdem habe ich noch zwei weitere Szenarien vorbereitet (Wittwer: Einen Kunden nach einem mir peinlichen Titel fragen, Buch zahlen und gleich wieder zurück geben, stolpern, was fallen lassen; Cube: Den Barkeeper dutzen, was bestellen was nicht in der Karte steht, zwei mal die Bestellung korrigieren, Falschen Betrag zahlen, etc.)
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RedOne
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Anmeldungsdatum: 01.04.2006
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BeitragVerfasst am: So Jun 16, 2013 8:49 pm    Titel: Antworten mit Zitat

So heute berichte ich über die weiteren Übungen:

9) Im Drogeriemarkt einen Kunden nach einem Artikel fragen:

Für mich schon eine kleine Herausforderung einfach jemanden anzusprechen und zu nach etwas zu fragen. Das kennt ihr alle bestimmt. Z.B. aus dem Supermarkt. Du willst Pizza selber backen und brauchst etwas frische Hefe für den Teig. Die Hefe findest du bloß nicht. Also ist erst mal suchen angesagt. Du willst ja nicht irgendwie blöd rüberkommen und einfach eine Angestellte fragen. So was muss man ja wissen, oder? Außerdem vermeiden wir gerne, im Mittelpunkt zu stehen und die Aufmerksamkeit auf uns zu lenken. Aber irgendwann kommt man nicht drumherum und muss doch fragen. Und das kann schon anstrengend werden.
So nachdem das geklärt ist, mach ich mit meiner Übung weiter. Wir laufen zum DM-Markt neben Böhm. Mein Therapeut bittet mich, mir noch einen dritten Punkt aufs Shirt zu kleben. Gesagt, getan. Meine Aufgabe besteht nun darin, eine Verkäuferin nach einem Mittel gegen Blattläuse zu fragen. Ich betrete die Drogerie und quatsche einen alten Mann mit grauen Bart an, der definitiv nicht zu den Angestellten gehört. Ich weiß das. Ich spreche ihn an und erzähle ihm, dass ich Probleme mit Blattläusen habe und nach einem Mittel suche. Er guckt mich total verstört an und gibt mir zu verstehen, dass er nur Kunde ist und keine Ahnung hat. Ich entschuldige mich mit der Bemerkung, dass mir so etwas ständig passiert und ich wohl jetzt weiter nach einer Angestellten suchen muss. Natürlich bin ich hier auf 180 und erröte, ich spüre die Hitze im Gesicht. Sie steigt brutal schnell auf und ist gleich wieder weg. Auf der anderen Regalseite steht eine Dame, die Lippenstifte einräumt. Ich spreche sie an und auch sie guckt etwas skeptisch, so nach dem Motto „bist du dumm oder so, sehe ich etwa wie ne Verkäuferin aus?“ Sie meint, dass sie hier nicht arbeitet! Haha, ich dachte aber wirklich, dass sie eine Verkäuferin ist! Also ungewollt die falsche Person angesprochen! So etwas kennt man ja, und als Ery fürchtet man sich genau vor solchen Peinlichkeiten! Aber es war irgendwie gar nicht schlimm. Ich glaube, das liegt daran, dass ich mich schon seit über einer Stunde warm laufe und von einer sozialen Situation in die nächste stürze. So langsam kommt so etwas wie „Routine“ auf. Ich laufe nun durch die Drogerie auf der Suche nach einer Verkäuferin. Weit und breit niemand zu sehen. Ich begegne wieder dem alten Mann, der im Vorbeigehen den Kopf schüttelt und meint, dass ich keine Fragen stellen soll, er sei der falsche... Haha, ich scheine wohl wirklich bekloppt rüberzukommen. Dort an dem Regal steht ein Mädel im weißen Kittel. Ich frage sie, ob sie hier arbeitet. Sie meint, dass sieht man ja am Kittel. Ich bringe meine Freude zum Ausdruck, dass ich endlich jemanden gefunden habe und frage sie auch gleich, ob sie mir weiter helfen kann. Ich stelle mich etwas dumm, und erzähle ich eine Geschichte von den Blattläusen. Sie rümpft die Nase und begleitet mich zu einem Regal mit diversen Anti-Insekten-Mitteln. Ich verwikle sie in ein längeres Gespräch. Das Mädel ist echt freundlich und geduldig. Ich rede und rede und irgendwie läuft es ganz gut. Von meiner Angst nichts zu sehen und zu spüren. Ich halte Augenkontakt und kriege mitgeteilt, dass es im DM offensichtlich keine Blattlausmittel gibt! Ich lasse nicht locker und versuche noch länger in dieser Situation zu bleiben. Ich frage, wo ich denn hier in der Stadt so etwas bekomme. Sie fragt ihren Filialleiter. Mit dem fange ich auch ein Gespräch an. Und das geht dann so ein paar Minuten lang. Mein Puls normalisiert sich, und ich glaube, ich bin im Gespräch auch nicht rot geworden. Mein Therapeut konnte das bestätigen.
Alles in allem hat es super geklappt! War gar nicht so schwer. Ich muss einfach mich öfter in solche Situationen stürzen und im Supermarkt oder sonst wo lange suchen, sondern gleich fragen. Das spart Zeit und ich bleibe in Übung!

10) Mit einer Schlafmütze durch die Stadt laufen:
Das wäre jetzt die nächste Übung, aber ich mach da nicht mit. Ist mir zu klamaukig. Sorry, aber das geht nun doch zu weit. Sicher wäre es interessant gewesen, zu beobachten, wie die Leute auf der Strasse darauf reagieren, aber das ist dann doch ne nummer zu groß für mich. Also zieht mein Therapeut die Mütze auf und ich klebe mir noch einen roten Punkt aufs Shirt. Und so laufen wir die Königstraße runter Richtung Hauptbahnhof.

11) Brot in der Bäckerei kaufen:

Eigentlich ähnlich, wie in der Drogerie. Allerdings tu ich so, als würde ich die Verkäuferin nicht verstehen. Ich soll für meinen Therapeuten Vollkornbrot kaufen. Ich spreche die Verkäuferin in der Straßenbäckerei an. Sie meint, sie hat nur noch welches mit Walnüßen da. Ich sage ihr, dass ich sie nicht verstanden habe. Sie wiederholt sich. Hä? Wie bitte? Und noch mal wiederholen. Sie guckt etwas genervt, aber ich mache weiter. Ich frage ob sie welches ohne Walnüße hat. Sie verneint. Die Kundin neben dran schaut auch schon blöd. Schade. Ich bedanke mich. Und auf Wiedersehen. Da mein Therapeut tatsächlich noch etwas Brot für sein Abendessen braucht, laufen wir zum Rewe. Dort an der Theke das gleiche Spiel. Die Dame präsentiert mir zwei Brote. Ich verstehe nt atürlich wieder nichts und frage nochmal nach und lasse sie zwei bis drei mal wiederholen. Dabei halte ich Augenkontakt und beobachte, wie die Verkäuferin auf mich reagiert und mich mustert. Aber auch hier, alles halb so schlimm.

Mein Therapeut hat sein Brot und ich habe genug. Wir waren jetzt fast zwei Stunden unterwegs. Das geht schon an die Substanz, ist anstrengend. Wir setzen uns auf ne Bank und lassen den „Ausseneinsatz“ nochmal Revue passieren. Was ist wie gelaufen, wo ging es mir am schlimmsten, was hat mich überrascht...
Überrascht hat mich, dass von den Passanten so wenige auf mich reagiert haben. Die meisten ignorieren mich und gehen ihren Weges. Da hätte ich mit viel mehr „“ Reaktionen gerechnet bzw. mit Situationen, auf die ich irgendwie spontan hätte reagieren müssen. Denn davor fürchte ich mich auch: irgendwie schlau und schlagfertig auf unangenehme Situationen reagieren. Irgendwie hat es in den heutigen drei bis vier Situationen gut geklappt, obwohl ich jedes mal errötet bin. Aber was solls, sollen die Leute doch denken was sie wollen. Die meisten sind weitergegangen und haben mich nicht weiter beachtet.
Die andere Überraschung war das Feedback meines Therapeuten bezüglich meiner Gesichtsfarbe. Ich bin zwar hier und da rot geworden, aber bei weitem nicht so oft und so krass, wie ich das eigentlich selbst wahrgenommen habe. Die Farbe hält sich in Grenzen und zwar was Intensität und Fläche angeht. Wow, hätte ich nicht gedacht!
Mein Therapeut verabschiedet sich und schlägt mir vor, ich solle in diesem Aufzug nun alleine durch die Königstraße auf und ab gehen und einfach mal gucken.

12) Alleine in komischen Klamotten durch die Straße laufen

So nun bin ich auf mich allein gestellt. Keiner da, der mir das Händchen hält. Ist schon ein Unterschied. Aber was solls. Jetzt bin ich nun hier und saß vor ner halben Stunde mitten auf der Königstraße, dann wird das hier auch irgendwie funktioneren.
Ich laufe also los und gucke jedem Passanten in die Augen. Und lächle. Hier und da rufe ich ein Hallo zu. Mir geht schon die Pumpe, aber irgendwie gewöhnt man sich dran. Ist auf jeden Fall eine interessante Erfahrung.

13) Mit einem roten Punkt auf dem Hemd ins Büro gehen
Das ist die nächste Übung, die ich vorgeschlagen bekomme. Ich soll heute mit nem roten Punkt ins Büro. In meinen normalen Klamotten. Ich klebe mir also diesen blöden roten Punkt aufs Hemd und verlasse das Haus. Ich lauf die Straße runter Richtung Haltestelle. Dort angekommen ernte ich schon erste Blicke. Dieser Punkt fällt auf. In der Bahn werden noch ein paar andere Leute darauf aufmerksam. Sie gucken hin, nehmen es war, schauen nochmal hin und dann schauen sie weg. Immer das gleiche Prozedere. Im Büro angekommen werde ich gleich drauf angesprochen, was es denn mit dem roten Punkt auf sich hat. Der einen Kollegin erzähle ich was von meinem „Gute-Laune-Punkt“. Skeptische Blicke, ein Lächeln und dann wird der rote Punkt akzeptiert. Ein Abteilungsleiter von der Nachbarabteilung wird auch drauf aufmerksam. Ihm erzähle ich etwas von meinem „Freitags-Punkt“. Jedes mal spüre ich die Hitze im Gesicht. Ich werde kurz rot. Aber ich versuche in der Situation zu bleiben und nicht „wegzurennen“. Ganz schön anstrengend, deswegen lasse ich den Punkt nur bis zur Mittagspause kleben.


Fazit:
Natürlich ist das Erröten wegen dieser paar Übungen nicht einfach weg. Aber es ist trotzdem interessant zu erleben, wie Leute um mich herum auf mich reagieren, wenn ich irgendwie anders bin, oder meine mich unbehaglich und komisch zu fühlen. Das Resumee ist, das die wenigsten sich damit auseinandersetzen, wer du bist, was du machst und wie du aussiehst. Die meisten sind echt tolerant oder einfach nur ignorant. Ich werde akzeptiert wie ich bin. Und viele reagieren auch etwas schüchtern. Das habe ich an den ausweichenden Blicken festgemacht. Viele gucken hin, aber gucken wieder weg. Und lassen mich in Ruhe.
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carsten
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Anmeldungsdatum: 24.04.2002
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Wohnort: freital

BeitragVerfasst am: Di Jun 18, 2013 5:29 am    Titel: danke Antworten mit Zitat

hi redone,

danke für deinen bericht!! bitte schreibe uns weiter, was genau du machst und wie es sich für dich entwickelt, danke. ich drück dir die daumen!

lg

carsten
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Anmeldungsdatum: 01.04.2006
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Wohnort: Stuttgart

BeitragVerfasst am: Do Jun 27, 2013 4:36 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Leute,

heute berichte ich von meiner 17./18. Einheit mit meinem Therapeuten. Auch heute ging es wieder raus auf die Straße.

Heute machen wir die Buchhandlung Wittwer "unsicher".

14) Einen Kunden mit einem Verkäufer verwechseln und nach einem peinlichen Buchtitel fragen:

Rein in den Wittwer und erst mal umschauen. Mein Puls steigt. Ich suche mir mein "Opfer" aus. Möglichst eine Person, die alleine unterwegs ist. Mehrere Personen auf einmal ansprechen trau ich mich grad nicht.
Da, dort steht eine Dame mittleren Alters. Ich schleiche mir heran und nimm meinen Mut zusammen und spreche sie an. Ich fühle mein Unbehagen steigen, ich mache trotzdem den Mund auf: "Tschuldigung, wo finde ich das Vagina-Buch?" Sie schaut etwas verdutzt. Ich spüre Hitze im Gesicht. "Junger Mann, ich kann Ihnen nicht helfen, ich bin Kundin. Aber schauen Sie da hinten, dort stehen ein paar Verkäuferinen". Ich entschuldige und bedanke mich und versuche Augenkontakt zu halten. Irgendwie war das gar nicht soo schlimm. Ich laufe also gleich auf die Verkäuferinnen zu und konfrontiere sie mit demselben Buchttitel. Auch hier rast mein Herz, aber mir geht die Frage einfach von den Lippen. Ich werde freundlich in den Dritten Stock geschickt. Oben angekommen frage ich erneut eine Verkäuferin nach dem Vagina-Buch. Mir ist das schon ein bisschen peinlich, was die wohl alle denken? Was ich wohl mit so einem Buch will? Die Dame begleitet mich ans Regal und präsentiert mir das Buch. Ich tu so, als ob alles in Ordnung wäre. Blätter etwas im Buch herum. Mein Therapeut macht sich nen Spaß draus und schaut mit rein. Irgendwie komisch. Zwei Typen die in ein Vagina-Buch schauen. Die wird sich auch was gedacht haben...

15) Einen peinlichen Buchtitel kaufen und fünf Minuten später wieder zurückgeben:
Ich laufe mit dem Buch zur Kasse. Ich stelle mich brav an und halte mein Buch schön auffällig in der Hand. Hier und da ein paar Blicke, die mich mustern. Ist schon ein komisches Gefühl. Wie wird die Dame an der Kasse reagieren? So, ich bin dran. Lege das Buch sichtbar auf den Tresen. Sie scannt es ein und dreht das auffällige Cover um. Wieso dreht sie es um? Um mich vor weiteren Peinlichkeiten und neugierigen Blicken zu verschonen? Oder ist ihr die Situation selbst peinlich? Oder wollte sie einfach diskret sein? Ich zahle mit Karte und bedanke mich. Wir gehen nach draussen. Ich befrage meinen Therapeuten nach seinen Beobachtungen. Er meinte, dass seit wir in der Buchhandlung sind ich kurze rote Stellen im Gesicht hatte, sobald ich in Kontakt mit Menschen getreten bin. Das Rot hat sich aber sofort verflüchtigt. Nach diesem Feedback entschließe ich mich an dieselbe Kasse zu gehen um das Buch zurück zu geben. Hoffentlich ist Wittwer so kulant! Was, wenn ich diskutieren muss? Was, wenn das Buch nicht mehr zurückgenommen wird? Dann steh ich wohl blöd da und muss wieder aus dem Laden laufen. Mit nem Vagina-Buch in der Hand... Auch hier steigt der Puls, weil ich nicht weiß, was mich erwartet und ich mich dabei ertappe, welche Gedanken und Szenarios mir durch den Kopf schwirren. Aber es läuft alles ganz gut. Die Dame ist so kulant und gibt mir das Geld zurück. Auch hier wieder die Gedanken: Was denkt sie bloß? Die findet das bestimmt komisch, wie ich mich hier vehalte. Erst kaufen, dann wieder zurückgeben. Der hat doch ne Macke! Alles in allem verlief alles harmlos. Ich merke, dass solche Situationen nicht schlimm sind. Ich befinde mich in keiner Gefahr. Es ist normal, mal jemanden zu verwechseln, oder etwas zu kaufen, was einen "interessiert", ohne sich darüber Gedanken machen zu müssen, was die anderen davon denken. Ich glaub, ich muss das einfach üben, irgendwann stellt sich eine Gewohnheit ein...
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Anmeldungsdatum: 01.04.2006
Beiträge: 107
Wohnort: Stuttgart

BeitragVerfasst am: Fr Jun 28, 2013 9:59 am    Titel: Antworten mit Zitat

So nächstes Szenario. Wir gehen in eine etwas schickere Bar, namens Cube.
Wir nehmen die Treppe, denn der Aufzug ist uns grad vor Nase weggefahren. Oben angekommen erst mal den Blick auf die Stadtmitte geniessen. So, jetzt geht’s ab durch die Drehtür.Und los.

16) Auffälliges Verhalten in einer schicken Bar:Gleich nach der Drehtür steht eine streng dreinblickende Empfangsdame. Ich setze ein breites Grinsen auf, merke wie mein Puls steigt und rufe im Laufen ein lautes „Servus!“ zu. Sie guckt etwas verdutzt und fragend. Ich bleibe stehen und gebe ihr zu verstehen, dass wir uns hier oben eine Erfrischung gönnen wollen. Sie zeigt Richtung Bar, dort sollen wir hin. Ich bedanke mich und laufe auf die Bar zu. Sofort falle ich auf. Diese Tatsache möchte ich hier jetzt auch ausnutzen und werde probieren, den ersten Eindruck, den die Leute hier von mir bekommen auch auszubauen und fortzusetzen.

17) Barkeeper dutzen und in ein Gespräch verwickeln:Entgegen der üblichen Gepflogenheit in so schickeren Bars dutze ich den Barkeeper. „Was kannste denn so anbieten?“ Hier und da huschen ein paar Kellnerinnen vorbei. Auch die werden von mir freundlich mit einem „Servus!“ und einem Lächeln begrüßt.
Der Barkeeper siezt mich natürlich die ganze Zeit zurück. Wir liebäugeln mit der Whiskeykarte. Mein Blick konzentriert sich dabei auf die teuersten Varianten.

1Cool Bestellung zwei bis drei mal korrigieren:Normalerweise versuche ich in Bars/Restaurants die Konversationen mit Kellnern/Barkeepern auf das Minimum zu reduzieren. Das heißt, dass ich möglichst schnell versuche mich für etwas von der Karte zu entscheiden, zu bestellen und möglichst keine Dialoge entstehen zu lassen. Das wird hier jetzt anders laufen. Ich bestelle einen Whiskey. Bestellung wird aufgenommen. Der Barkeeper dreht sich gerade weg. Ich nehme meinen Mut zusammen und rufe ihm was zu. „Ich glaub ich nehm doch was anderes.“ Herzklopfen. Was er jetzt denkt? Wie wird er reagieren? Er dreht sich um und fragt wie er helfen kann. Wir kommen auf Gin zu sprechen. Leider kann er uns diesbezüglich nicht aushelfen, da er keine Ahnung hat. Aber er bringt andere Schäpse ins Gespräch. Die sind natürlich auch alle sehr exklusiv und teuer. Er wittert wohl seine Chance, etwas Umsatz mit uns zu machen. Er reicht uns ein paar Flaschen zum „Schnuppern“. Nach einigem Hin- und Her (Ziel: die Aufmerksamkeit auf mich zu lenken, beobachtet werden, Situation aushalten) entscheiden wir uns mit dem Therapeuten für einen Schnaps aus West-Indischen Zitronengras. Auch hier wird die Bestellung aufgenommen. Im letzten Moment ändere ich meine Meinung ein zweites Mal. Der Keeper guckt etwas ungeduldig, bleibt aber freundlich. Ich glaub spätestens hier müsste man meine roten Stellen im Gesicht bemerken. Ich ziehe mein Programm trotzdem durch. Wir steht der Sinn doch nach etwas ganz anderem: Stilles Wasser! Er guckt etwas verdutzt. Damit hat er wohl nicht gerechnet. Leider muss ich ihn bezüglich des Umsatzes wohl enttäuschen. Mein Hals pulsiert, ich spüre Hitze. Solche Situationen sind mir eigentlich sehr unangenehm, wenn ich von ihnen überrascht bin. Aber ich drehe ja grad den Spieß um. Ich bestimme grad, was wann passiert und ob ich mich „peinlich“, „komisch“ verhalte. Die Reaktion meines Gegenübers kann zwar immer noch überraschend wirken, aber ich bin doch etwas entspannter wie sonst. Das Wasser wird serviert. Ich frage noch, wo ich denn meinen Kaugummi entsorgen kann. Es wird eine Serviette gereicht. Wir schlürfen das Wasser weg und babbeln weiter.
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BeitragVerfasst am: Di Jul 02, 2013 2:44 pm    Titel: Antworten mit Zitat

19) Mitten in der Einkaufsstrasse auf einer Sitzbank stehen
So nachdem wir uns erfrischt haben laufen wir wieder auf die Königstrasse raus. Wir überlegen uns, wie wir denn auf uns aufmerksam machen könnten. Mein Therapeut schlägt vor, dass wir uns auf die Sitzbank mitten in der Königstraße hinstellen sollten. Ich zögere erst, mach es aber ihm nach. Eine Sitzbank ist schließlich zum sitzen da, nicht zum Stehen. Egal... Also stehen wir so oben ich gucke in beide Richtungen der Straße. Es ist ganz schön was los. Viele Leute laufen von allen Seiten an uns vorbei. Immer wieder Blicke, denen ich nicht auszuweichen versuche. Mir wird schon etwas heiß dabei, ich bin aufgeregt. So was mach ich nie! Manche gucken ziemlich skeptisch, die fragen sich wahrscheinlich, was wir damit bezwecken wollen. Vielleicht ahnen manche auch, dass ich hier grad übe. Also an meiner Angst arbeite. Solche und ähnliche Gedanken jagen mir durch den Sinn. Dennoch, die meisten Passanten laufen an uns völlig desinteressiert vorbei. Viele sind mit sich selbst beschäftigt.
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Anmeldungsdatum: 01.04.2006
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Wohnort: Stuttgart

BeitragVerfasst am: Di Jul 02, 2013 3:06 pm    Titel: Antworten mit Zitat

20) Eine Umfrage zum Thema „Schüchternheit und Erröten“ durchführen:
So heute geht mal wieder raus auf die Straße, diesmal ganz allein. Ohne Therapeuten, der mir das Händchen halten kann. Ich habe heute mein Klemmbrett dabei und ein Blatt mir vorbereiteten Fragen drauf. Ich nehme mir heute Abend vor, 25 Menschen zum o.g. Thema zu befragen. Das ist schon eine Herausforderung. Einfach so wildfremde Menschen anlächeln, Ihnen zurufen, ein Interview zu führen und nicht wissen, wo die Reise denn so hingeht… Ich bin sehr aufgeregt.
Ich stehe wieder auf der Königstraße in Stuttgart und sammle meinen Mut. Ich laufe erst ein paar Meter die Straße runter, bereite mich seelisch vor. Beobachte die Leute, die an mir vorrüber gehen und versuche die Stimmung, die Umwelt aufzusaugen. Die Sonne scheint, die Leute scheinen locker drauf zu sein. Ich packe mein Klemmbrett aus. Und spreche die erste Person an. Mir wird ganz heiß. „Keine Zeit!“, „sorry, ich nix verstehn“ und dergleichen bekomme ich die ersten Minuten zu hören. Na toll, wenn das so weiter geht, brauche ich den ganzen Abend um auf 25 Antworten zu kommen. Ich höre mir selbst beim reden zu, frage mich, wie ich ankomme, ob die Leute mir etwas anmerken. Die ersten bleiben stehen. Mein Herz rast, ich versuche mich dennoch auf meine „Aufgabe“ zu konzentrieren. Die meisten Befragten sind sehr freundlich und geduldig, manche erzählen sogar die eine oder andere Anekdote, bei manchen kommt es sogar zu Diskussionen.

Folgendes habe ich gefragt:

a) Wie schüchtern würden Sie sich einschätzen?
b) Wie reagieren Ihr Körper in unangenehmen, sozialen Situationen?
c) Was bringen Sie mit Erröten in Verbindung?
d) Ist Ihnen an mir eine Nervosität mit Erröten, etc. aufgefallen?

Die erste Erkenntnis ist unglaublich! Von den heute Abend Befragten 25 Personen ist KEINER aufgefallen, dass ich im Interview rot geworden bin! HALLO?? Haben die Tomaten auf den Augen? Oder bilde ich mir das alles nur ein? Ich hatte oft Hitzegefühle und hab mir hier und da verhaspelt, und hatte mehrmals das Gefühl, dass die Befragten mein Erröten wahrnehmen können. Aber nichts, gar nichts! Interessant war auch, wer sich denn so alles als eher schüchtern eingeschätzt hat und wer auf coole Sau macht. Ich habe da gemerkt, dass das Äußere manchmal echt täuschen kann!
Natürlich bin ich noch weit entfernt von einem repräsentativen Ergebnis, aber ich habe mir fest vorgenommen mindestens 1.000 Stuttgarter, jung und alt, klein und groß, jeder Couleur und jeden Geschlechts anzusprechen. Ich habe für 25 Interviews 75 Minuten gebraucht. Wenn das so weiter geht müsste ich 50 Stunden investieren. Ich bleib dran!
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Whity
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Anmeldungsdatum: 02.07.2013
Beiträge: 14

BeitragVerfasst am: Fr Jul 05, 2013 2:11 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Ohaa.. Shocked
Also erst einmal den allergrößten RESPEKT von mir! Very Happy
Eine Konfrontationstherapie würde für mich bestimmt nicht in Frage kommen.

Und du verdienst soviel Respekt das echt so komplett durchgezogen zu haben. WoW
Jedenfalls war ich schon allein vom Lesen der Situationen tierisch am schwitzen und bekam Panik allein schon mir vorzustellen mich in solch einer Situation zu befinden.

Was ich wirklich gut finde ist dass du alles von dir aus so mitmachst also Aktionen alleine... und dich nicht nur an das hälst was dein Therapeut dir sagt
Dass du dir also selbst überlegst was du machen/sagen kannst um aufzufallen oder untypisch. Unglaublich finde ich auch dass dein Therapeut da mitmacht (zum Beispiel mit auf den Boden setzten oder sich auf die Bank stellen). Also ich weiß ja nicht ob das normal ist aber nicht schlecht.

Jedenfalls wäre ich an fast allen Situation gescheitert und geflüchtet etc.
Mit einer Ausnahme... Der Schlafmütze. Ich denke das wäre das einzige was mir nichts ausgemacht hätte. (Wenn man die anderen störenden Dinge mal nicht berücksichtigt wie Tageslicht Menschenmassen etc.) Kommt drauf an wie hässlich die ausschaute Very Happy

Ein einer Stelle jedoch musste ich ungeheuer lachen.. und das allein vor 'nem PC Very Happy
und zwar:
Zitat:
Tschuldigung, wo finde ich das Vagina-Buch?

Very Happy Very Happy Very Happy Also ich an Stelle der Frau hätte mich wahrscheinlich nicht mehr einbekommen vor Lachen. Aber an deiner Stelle mich wahrscheinlich vor Angst übergeben :/

Ich habe deine Berichte wirklich mit großem Interesse und Freude gelesen und wünsche dir viele weitere Erfolge und die gewünschte Gesichtsfarbe Wink

Zum Schluss nochmal großen Respekt an dich.. Hut ab! Cool
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Ausbruch
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Anmeldungsdatum: 27.06.2013
Beiträge: 5
Wohnort: Köln

BeitragVerfasst am: Mi Jul 10, 2013 10:28 am    Titel: Antworten mit Zitat

Ich danke dir vom ganzen Herzen, dass du deine Erfahrungen so ausführlich mit uns teilst. Es lässt mich allein schon beim Lesen über viele Momente nachdenken und erregt das Verlangen mit anderen Menschen sprechen zu wollen. Ich würde mich sehr freuen wenn Du noch mehr schreiben würdest.
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red_snapper
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Anmeldungsdatum: 01.01.2013
Beiträge: 4
Wohnort: bei Leipzig/ Halle

BeitragVerfasst am: Sa Jul 13, 2013 8:39 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo RedOne,

ich finde Deine Berichte GROSSARTIG !!!

Genau wie Du es geschildert hast, würde es auch mir ergehen. Ob ich so standhaft geblieben wäre? Ganz sicher nicht. Spätestens zum "Vaginabuch" hätte ich gestreikt Embarassed
Bei meiner Verhaltenstherapie gehen demnächst auch die "Außenübungen" los. Dank Deiner packenden Schilderungen kann ich mich im Vorfeld schon mal "warm" machen...

Bitte schreib unbedingt weiter-> GROSSARTIG !!!

VG
_________________
...Ich glaub' es geht schon wieder los
das darf doch wohl nicht wahr sein
daß man so total den Halt verliert! ...
...und wird wohl nie vorbei sein
wenn man so die Last der Ery spürt...
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Cookie32
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Anmeldungsdatum: 25.11.2012
Beiträge: 22

BeitragVerfasst am: Mo Jul 15, 2013 4:20 pm    Titel: Antworten mit Zitat

wow, hut ab,das ist echt beneidenswert wie du alle situationen so gut gemeistert hast und standhaft geblieben bist.
Bin alleine beim lesen schon knallrot geworden und hab flecken am hals bekommen, will mir garnicht vorstellen wies wäre, wenn ich das auch wirklich machen würde!!
Auf jeden fall muss ich den anderen auch zustimmen, dass es echt großartig ist das du das alles mit uns teilst und ich freu mich richtig für dich,dass das alles so gut geklappt hat und du gute erfahrungen sammeln konntest Smile
Es wäre wirklich schön, wenn du deine erfahrungen weiterhin mit uns teilen würdest und ich hoffe,wenn du so weiter machst das das rot werden in naher zukunft kein problem mehr für dich ist Wink
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RedOne
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Anmeldungsdatum: 01.04.2006
Beiträge: 107
Wohnort: Stuttgart

BeitragVerfasst am: Do Jul 18, 2013 12:32 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Leute,

möchte mich für eure Rückmeldungen bedanken, schön, dass sich der eine oder andere durch die Übungen durchliest und schön, dass ihr irgendwo einen (kleinen) Nutzen für euch ziehen könnt.

Ich war erst gestern wieder in der Stadt mit meinem Klemmbrett unterwegs. Wieder nur positives Feedback bekommen und stellenweise lange Gespräche geführt. Ist witzig, wie manche die Befragung dazu nutzen, sich mal endlich auszukotzen! Smile So haben manche von Bewerbungsstress erzählt, von Angstschweiss, vom Erröten, wie schlimm sich das anfühlt, aber auch, wie sie darauf reagieren. Viele Lachen einfach drüber, Humor scheint aktuell die Lösung Nr. 1 zu sein. Also Jungs und Mädels, wir dürfen uns einfach nicht zu ernst nehmen. Bisher passierte jedem Befragten irgend was blödes, das ist nur menschlich und gehört dazu. Ob wir rot, grün oder blau werden scheint völlig egal zu sein. Die meisten beziehen es auf die Situation und gehen nicht so weit zu sagen, dass nur Menschen mit Minderwertigkeitskomplexen oder Erythrophobie rot werden, es kann theoretisch (je nach Schweregrad, Situation) jeden mal erwischen! Und es gibt Leute, die haben ganz andere Probleme!
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lena247
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Anmeldungsdatum: 05.05.2006
Beiträge: 133

BeitragVerfasst am: Fr Jul 19, 2013 2:03 pm    Titel: Antworten mit Zitat

mit deinen erfahrungen und wie du sie aufschreibst, könntest du doch glatt bei poetry slam teilnehmen Smile nächste aufgabe?!?!?!? Smile
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RedOne
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Anmeldungsdatum: 01.04.2006
Beiträge: 107
Wohnort: Stuttgart

BeitragVerfasst am: Mo Jul 22, 2013 8:13 am    Titel: Antworten mit Zitat

Hey Lena, bin sofort dabei, aber nur im Duett! Du hast ja auch einiges zu erzählen! Very Happy
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Firestorm1
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Anmeldungsdatum: 24.05.2014
Beiträge: 15

BeitragVerfasst am: Do Mai 29, 2014 12:15 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Redone.. Freut mich, dass die Therapie bei dir so gut anschlägt.. Ich komme auch aus Stuttgart. Hab dir mal ne PN geschrieben.

Lg
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