Medikament als Soforthilfe - richtigen Arzt finden

... spezielle fragen zu therapien und medikamenten an angeh. psychologen

Moderator: samurai

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Chris2
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Medikament als Soforthilfe - richtigen Arzt finden

Beitrag von Chris2 » Mi Okt 30, 2013 9:12 pm

Hallo,

ich habe mittlerweile erkannt, dass ich ein ernstes Problem mit der Ery habe und habe vor, in absehbarer Zeit eine Therapie zu versuchen.
Momentan ist dies jedoch aus diversen Gründen (beruflich, finanziell) nicht möglich.
da ich in nächster Zeit beruflich diverse Präsentationen(Referate) halten muss, suche ich eine medikamentöse "Soforthilfe". Das Problem ist nicht nur das Erröten an sich, sondern auch, dass ich nach dem Einsetzen des "Hitzeschubes" nicht mehr klar Denken kann.
Ich habe es bei entsprechenden Situationen bereits mit diversen pflanzliche Präparaten versucht, die Einnahme von Baldriantabletten (ca. 8), davor Ausdauersport, hatten eine gewisse, sehr leichte Wirkung, jedoch nicht ausreichend.
Ich habe nun vor es mit Beta- Blockern zuversuchen, interessant scheinen Dociton und Inderal zu sein.
Ich habe nun diesbezüglich bereits einen Termin bei einem Neurologen/Psycholgen, ich habe jedoch einfach den Ersten genommen, bei dem ich einen Termin in absehbarer Zeit bekam, ich bin mir gar nicht sicher, ob er mit dem Problem etwas anfangen kann.
Vielleicht hat jemand Erfahrung mit der Verschreibung besagter Beta-Blocker zur Behandlung.
Nach welchen Kriterien sucht man einen Arzt aus, was kostet ein Beratungsgespräch? (Bin Selbstzahler)
Ganz toll wäre natürlich eine konkrete Empfehlung für den Raum Berlin.

samurai
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Beitrag von samurai » Do Okt 31, 2013 10:06 am

Hallo Chris2,

erstmal finde ich es toll, das du deine Ängste angehen willst.
Zu deinen Fragen: Jeder ernstzunehmende Psychiater sollte die Erythrophobie kennen und dir auch versuchen zu helfen. Selbst wenn ein Psychiater die Symptomatik nicht kennt, was ich mir nicht vorstellen kann, so sollte er einfühlsam genug sein dich nicht zu belächeln. Insofern bist du bei einem Neurologen/Psychiater schonmal richtig. Im Prinzip kann dir jeder Arzt Beta-Blocker verschreiben, allerdings geht es hier ja um psychosomatische Komponenten und da hast du dir schon den passenden Facharzt rausgesucht.

Sollten bei dir aufgrund körperlicher Aspekte keine Kontraindikation für die Verschreibung von Betablockern vorliegen, wüsste ich nicht, warum dir ein Arzt diese nicht, zumindets zum Versuch, verschreiben sollte. Psychopharmaka sind jetzt auch nicht unbedingt besser oder schlechter, von daher eine Frage der Indikation. Bei "normalem" Blutdruck und Puls kann die Einnahme von Betablockern zu einem starken Blutdruckabfall führen und das wäre dann natürlich nicht wünschenswert. Also mit dem Arzt besprechen.

Was ein Gespräch beim Psychiater/Neurologen für Selbstzahler kostet kann ich dir leider nicht sagen. Die Vergütung sollte sich nach dem GOÄ (Gebührenordnung für Ärzte) richten. Da eine Psychotherapiesitzung dort mit 100,55€ für 50 Minuten vorgesehen ist, wirst du denke ich mal bei einem 15-30 minütigen Beratungsgespräch vielleicht 50€ zahlen? Ich weis es aber leider nicht, kann nur schätzen.

Bist du nicht krankenversichert oder warum bist du Selbstzahler?

lg

samurai

Chris2
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Beitrag von Chris2 » Do Okt 31, 2013 8:14 pm

Danke für die Antwort, das hilft mir schon weiter. Ich werde jetzet erstmal den Termin wahrnehmen und hoffe, dass es gut läuft.
Bei "normalem" Blutdruck und Puls kann die Einnahme von Betablockern zu einem starken Blutdruckabfall führen und das wäre dann natürlich nicht wünschenswert
Könntest du das nochmal erläutern, ich verstehe nicht ganz was mit "normalem Blutdruck " gemeint ist. Betablocker kann man nur bei zu hohem oder zu niedrigem Blutdruck nehmen??

Grüße

samurai
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Beitrag von samurai » Do Okt 31, 2013 9:51 pm

Hey Chris,

also Blutdrucksenker/Betablocker werden ja insbesondere bei zu hohem Blutdruck eingesetzt, also bei über 140/90 (systolisch/diastolisch) um eben wieder in den Normbereich zwischen 120/80 und 100/80 zu kommen. Ansonsten ist das ungünstig fürs Herz usw. Wenn ein Mensch allerdings von Haus aus schon einen eher niedrigeren Blutdruck hat (z.B. 100/80) und dann Betablocker nimmt, kann der Blutdruck zu sehr sinken, was dann zu Müdigkeit, Schwindel usw führen kann.
Das wäre demnach auch nicht wünschenswert.

Blutdrucksenker können bei Angsterkrankungen hilfreich sein, aber sind dafür eben nicht entwickelt worden, sodass man neben der Wirkung auf mögliche körperliche Symptome im Zusammenhang mit Ängsten natürlich auch darauf achten muss, ob bei Gabe von Blutdrucksenkern dann nicht auch negative Effekte wie Müdigkeit usw auftreten. Mal davon abgesehen haben Blutdrucksenker widerrum ein eigenes mögliches Nebenwirkungsprofil das mit berücksichtigt werden muss. Aber das kann dir ein Arzt ja in Ruhe erklären und wird da auch drauf achten.

lg samurai

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